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Forschungszusammenarbeit mit der Universität Botswana

Teilnehmer der dritten Graduate School mit Botschafter Ralf Breth

Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters, © Botschaft Gaborone

03.12.2018 - Artikel

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) widmet sich das Projekt „Tri-Sustain“ (trisustain.uni-halle.de) der nachhaltigen Ressourcennutzung in Afrika. Es geht konkret um Arzneipflanzen, die in ihrem Vorkommen bedroht sind. Bedroht ist auch das traditionell überlieferte Wissen um ihre medizinische Nutzung. Unter Führung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kooperieren die University of Botswana (Department of Biology), Addis Ababa University (AAU) und Muhimbili University of Health & Allied Science (MUHAS, Dar-es-Salaam) mit dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle (IPB) und dem Institut für angewandte Dermatopharmazie Halle (IADP), um gemeinsam gegen HIV, Würmer und Tuberkulose wirksame Arzneipflanzen zu identifizieren und deren Kultivierung zu empfehlen.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen die Schlagworte „Nord/Süd- und Süd/Süd-Kooperation“ sowie „Nachhaltigkeit“ - der Nutzung traditioneller afrikanischer Heilpflanzen und pharmazeutischer Hilfsstoffe und Nachhaltigkeit in der Ausbildung der jungen Generation afrikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das von Prof. Dr. Peter Imming (Institut für Pharmazie der MLU) geleitete Projekt eröffnet Kooperationen der afrikanischen Partner untereinander und mit Wissenschaftsinstitutionen in Halle.

In der Woche vom 11. bis 16. November 2018 trafen sich die acht am Projekt beteiligten Doktorandinnen und Doktoranden mit ihren Betreuerinnen und Betreuern zur dritten Graduate School im Herzen Afrikas. Unter dem Thema „Partizipative Forschungsinstrumente und kultursensible Dokumentationsmethoden zur Identifizierung bioaktiver Arzneipflanzen - Strategien für Innovation und Unternehmertum“ wurden den Teilnehmenden die wichtigsten Methoden im Umgang mit traditionellem Wissen und ethnobotanischen Aufgaben näher gebracht. Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Nutzung des traditionellen Wissens wurden diskutiert. Ergänzt wurde der Workshop durch Vorträge von E. Smykalla (International Office der MLU) und D. Worch (Univations Institut für Wissens- und Technologietransfer an der MLU), die Einblicke in die Promotionsmöglichkeiten an der Uni Halle und der Innovations- und Gründungsförderung bis hin zum nachhaltigen Unternehmertum ermöglichten. Die Promovierenden selbst präsentierten die Fortschritte ihrer eigenen Arbeiten und nutzten die Möglichkeit, sich mit Experten aus zahlreichen wissenschaftlichen Gebieten auszutauschen und zu vernetzen.

Pflanze (Symbolbild)
Grüne Pflanzen in der Hand© colourbox

Einen zentralen Punkt des Workshops bildete der Besuch des Dorfes Mmankgodi, wo die Promovierenden unter Beteiligung der Bahuruthshe Women's Cooperative und einem traditionellen Heiler partizipatorische Techniken zur Gewinnung und Erhaltung traditionell überlieferten Wissens praktisch ausprobieren durften. Bilaterale Treffen der Dekane der beteiligten Fakultäten der MLU (Prof. Dr. Dietrich Nies) und UB (Prof. Dr. Julius Atlhopeng), der International Offices sowie der Einheiten für Technologietransfer rundeten den Workshop ab und trugen zur Festigung der institutionellen Beziehungen bei. Während eines Empfangs auf Einladung des deutschen Botschafters in Botswana, Herrn Ralf Breth, wurden die Kooperationsmöglichkeiten der MLU mit afrikanischen Ländern weiter diskutiert. Der nächste Workshop soll 2019 in Halle stattfinden.

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