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Wirtschaft

18.01.2017 - Artikel

Stand: Februar 2018

Überblick

Botsuana gehört zu den Ländern mit einem gehobenen mittleren Einkommen (Upper Middle Income Country) und steht dennoch – ungeachtet aller bemerkenswerten Fortschritte seit seiner Unabhängigkeit 1966 – vor den typischen Herausforderungen eines Entwicklungslandes: Hohe Abhängigkeit von einem Rohstoff (Diamanten), begrenzte öffentliche Infrastruktur (Straßen, Telekommunikation, Wasser- und Stromversorgung) sowie hohe Arbeitslosigkeit (ca. 20 Prozent) und verbreitete Armut weiter Bevölkerungskreise.

Die Wirtschaftsentwicklung Botsuanas verlief seit der Weltfinanzkrise 2008/9 schwankend.  Seit 2016 hat sich das BIP-Wachstum auf etwa 4 bis 5 Prozent eingependelt. Die Inflation bewegt sich aktuell um 3 Prozent. Zurückgehende Rohstofferlöse und SACU-Zolleinnahmen verursachten im Haushaltsjahr 2016/2017 trotz Sparmaßnahmen ein Defizit von 3,8 Prozent des BIP. Die Staatsverschuldung (Bestand) liegt bei knapp 20 Prozent des BIP.

Wichtigster Träger der Wirtschaft bleibt der Bergbau (weit überwiegend Diamanten), der mit (nur noch) circa 20 Prozent zum BIP beiträgt, dabei 80 Prozent der Exporterlöse und 33 Prozent der Staatseinnahmen erwirtschaftet. Der Regierung ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Weiterverarbeitung von Rohdiamanten im Lande spürbar voranzubringen; außerdem wurde im November 2013 die monatliche internationale Auktion der vom Unternehmen De Beers weltweit geförderten Diamanten von London nach Gaborone verlagert. In den vergangenen Jahren musste die Diamantenförderung wegen der international schwachen Nachfrage etwas zurückgefahren werden. Zudem mussten 2016 mehrere Bergbauunternehmen schließen. Insbesondere die Insolvenz des Staatsunternehmens BCL (Kupfer und Nickel) traf die Wirtschaft wegen des Verlustes von 5.000 Arbeitsplätzen hart. Die Landwirtschaft (überwiegend Rinderzucht) trägt mit 2-3 Prozent zum BIP bei, sorgt allerdings weiterhin für das (bescheidene) Einkommen weiter Bevölkerungskreise vor allem in den ländlichen Gebieten. In den letzten Jahren haben drei große Trockenperioden in Serie dem Agrarsektor schwer zugesetzt und die Lebensmittelversorgung armer Bevölkerungsschichten von Hilfsmaßnahmen der Regierung abhängig gemacht. Der Tourismus (v.a. Hochpreistourismus in den Hauptattraktionen Okavango-Delta und Chobe-Nationalpark) steuert etwa 12 Prozent zum BIP bei und ist auch vergleichsweise beschäftigungsintensiv.

Außenhandel

Die Außenhandelsbilanz war in den letzten Jahren zumeist defizitär.

Hauptabnehmerländer der Exporte waren die EU, die Mitgliedstaaten der Zollunion des südlichen Afrika (SACU; Botsuana, Südafrika, Swasiland, Lesotho und Namibia) sowie die wichtigsten Abnehmer der Rohdiamanten: Israel, USA, China, Belgien und Indien. Mit Abstand wichtigstes Lieferland ist Südafrika.

Die Zahlungsbilanz Botsuanas verzeichnete demgegenüber auch in den letzten Jahren noch Überschüsse (wegen der Zollüberweisungen von SACU und weiterer Übertragungen). Die Währungsreserven sind komfortabel und entsprachen  Ende  2016  einer Importdeckung von etwa 10 Monaten.

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